Historie - thematisch, chronologisch: Fortsetzung 2

Die Ausstattung

  • ca. 1025: In der Urkunde des Bischoff Sigfrid steht beschrieben: Ausgestattet mit Altar, Reliquie(n) und Heiligen und allem, was Priester zur Ausübung ihres Amtes benötigen. Weiteres ist nicht überliefert.
  • < 1300: Die Kirche erhält den heutigen Taufstein
  • 15xx: Im Turm wird ein Glockenstuhl für ein Dreiergeläut eingebaut. Aus dieser Zeit bis heute erhalten sind die großen Glocken von 1505 und die Glocke aus der Zeit um 1400.
  • ca. 1551/1553: Wandgestaltung von Chor und Saal mit Freskenmalereien. Fresken wurden in dieser Zeit oft in die „Gebrauchskirchen“ der Gegend zu Lehrzwecken gemalt (siehe bonte Kerken). Die religiösen Motive dienten dazu, dem Teil der bäuerlichen Bevölkerung, der weder lesen noch schreiben konnte, biblische Inhalte zu vermitteln. (z.B. Wiedennest, Marienhagen, Lieberhausen)
    Die Kirche erhielt ein Lavabo (auch Piscinium/Piscinie/Piscina genannt). Dieses kleine Becken, dessen Abflussvorrichtung durch die Kirchmauer auf den Friedhof führte, | Infos zum Thema | saß in einer muschelförmigen Nische. Derartige Becken befanden sich meist in der Südseite des Chores. Sie dienten dem rituellen Händewaschen und der Reinigung des sakralen Geräts.  Reste des Weihwassers und in späterer Zeit des Abendmahlweins flossen daraus auf den Friedhof.
    Auf diese Weise hatten die Verstorbenen gewissermaßen noch Anteil an Abendmahlfeiern. Das ist einem jeden verständliches Sinnbild für die Gemeinschaft der „Lebenden und Toten“.
  • ca. 1700ff: In Uentrop konnte der Chor nochmals mittels neuerer Fresken gestaltet werden. Die Reformation mit der anschließenden Entfernung des typisch Katholischen wie z.B. der Fresken verbreitete sich in Westfalen zwar ab 1525, aber nicht flächendeckend. Dorfkirchler hielten sich an ihren Kirchenpatron, der trug maßgeblichen Anteil an der Konfession der Kirche.
    Wann in Uentrop dann alle Fresken vollends übertüncht wurden, liegt wie der genaue Zeitpunkt des Konfessionswechsels (vermutlich Anfang des 17Jh.), im Dunkeln. (s. Westphaelische Geschichte, S. 1054)
  • ca. 1711: Einbau einer Orgel (die erste) in die Kirche. Die Bedeutung einer Orgel, selbst wenn sie noch so einfach sein mag, ist ein Stück Luxus. Ihr raumfüllender Klang hebt das Erlebnis „Gottesdienst“ in andere, neue Sphären. Siehe auch: INFO-FLYER.
    Vergessen sind jetzt die Zeiten der Christenverfolgung, als einst Orgelklänge in den Arenen ertönten. Optisch wie sinnbildlich nimmt die Orgel im Gegenüber zur Kanzel eine wichtige Aufgabe wahr: Sie spricht mit ihrer Art der Verkündigung die Sinne der Menschen an. „Eine Kirche ohne Orgel ist wie ein Körper ohne Seele!“ (Albert Schweitzer, 1875-1965)
  • 1723: Der Turm erhält eine vom Uhrmacher Diedrich Schmalt gefertigte schmiedeeiserne Spindeluhr. Nach der Reformation begann bekanntlich der Siegeszug der Uhr, dem „Zeitmesser“, um den Christen ein Leben zu ermöglichen getreu Jesu Ausspruch: „Kaufet die Zeit aus“.
  • 1771: Im Glockenstuhl wird die kleinste der heutigen Glocken aufgehängt.
  • 1864: Die Kirche erhält eine neue Orgel (die zweite).
    Siehe auch: INFO-FLYER | Orgelförderung
  • 1870: Die Turmspitze wird mit dem Klassiker seinerzeit - Kugel, Kreuz und Hahn - geschmückt. Die Kugel symbolisiert die Welt, das Kreuz die Leiden Jesu, und der Hahn steht als Symbol für Wachsamkeit und der Verkündigung des neuen Tages und damit der Auferstehung.
  • 1907: (Archivakte R. 1, Ed. 4) Die Kirche erhielt im Sommer 1907 erstmalig wieder eine Ausmalung nach einem Eigenentwurf des Gewerbelehrers und Malers Fritz Volle, Dortmund. Es ist leider weder dieser Entwurf noch eine Aufnahme von der Ausmalung erhalten geblieben. Ein Bild (Jubiläumsfeier Pfr. Wibbeling) von 1914 wiederum zeigt den Spitzbogen in einheitlich weißem Anstrich. Demnach wären die Ausmalungen des Gewerbelehrers Volle bereits 1914 übertüncht gewesen.
    Ein weiteres Bilddokument (Hochzeitsfoto des Ehepaares Hoselmann) vom 02.08.1923 zeigt eine Bemalung der Flächen in der Spitzbogenöffnung. Diese Arbeit müsste demnach einem anderen Maler zugerechnet werden, doch darüber gibt es leider ebenfalls keinerlei Unterlagen. (s. Buch Graevinghoff, S. 68)
  • 1934: In diesem Jahr erfolgte eine neuerliche Ausmalung des Spitzbogens zwischen Saal und Chor im damals aktuellen Stil; Archivakte P. 2, Bd. 2. Ein Fräulein Hilde Viering, Düsseldorf-Benrath, wurde mit einer Ikonenmalerei der vier Evangelisten betraut. Die biblischen Autoren des Evangeliums, die den Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes zugesprochen wurden, werden seit dem 4. Jahrhundert durch vier geflügelte Ikonen dargestellt. Der religiöse Begriff "Ikone" steht für derart gestaltete Zeichen, die aus einer Bedeutungsbeziehung (Attribut) zwischen dem Zeichen und dem Bezeichnetem herrühren. Mit dem Ende des 2. Jahrhunderts ist der Vergleich der vier Evangelisten mit den vier Cherubim (siehe Ezechiel 1, Offbarung 4) bekannt und beliebt geworden. Der Kirchenvater Irenäus (2. Jh.) und später Hieronymus (4. Jh.) begründeten die Zuordnung der Evangelisten mit Verweis auf die biblischen Quellen: (s. Buch Graevinghoff, S. 71)
    Mensch = Matthäus, sein Evangelium beginnt mit dem Stammbaum der „menschlichen Vorfahren“ Jesu.
    Löwe = Markus; das Evangelium beginnt mit dem Täufer Johannes, dem "Rufer aus der Wüste"; Markus wird auch mit dem Löwen  dargestellt, weil im Auftreten Jesu die messianische Zeit des Friedens beginnt, in der Kalb und Löwe nebeneinander auf der Weide leben können, weil der Löwe Gras frißt.
    Stier = Lukas; sein Evangelium beginnt mit dem Opfer des Zacharias; Lukas hat den Stier auch deshalb bei sich, weil Jesus am Kreuz geopfert wird und das Kalb bzw. der Stier als Opfertiere gelten.
    Adler = Johannes; aus ihm spricht der von oben kommende Geist am mächtigsten. Diese Abfolge ist seit Hieronimus bis heute am Gebräuchlichsten.
    In Uentrop waren diese geflügelten Apostelsymbole mit zugehöriger Bildunterschrift willkürlich auf der Spitzbogenöffnung zum Chor wie folgt angeordnet:
    Links,  Apostel St. Markus als Löwe, darunter Apostel  St. Johannes als Adler
    Rechts, Apostel St. Lucas als Stier, darunter Apostel  St. Matthäus als Mensch (Kommentar: andere Aufzählung als bei Graevinghoff, da wir es gewohnt sind, von oben nach unten zu lesen). Details
  • 1968: Die Fresken in Chor und Saal werden restauriert. (s. Buch Graevinghoff S. 83ff)
  • 1969: Einbau einer neuen Orgel (die dritte), eines neuen Altars, neuem Gestühl, neuer Beleuchtung und neuer (elektrischer!)  Fußbodenheizung, ergänzt durch eine Fensterflächenheizung. (s. Buch Graevinghoff S. 31)

Die 7 Schwesterkirchen der Stiftung

Ortsbezeichnung

Lt. Urkunde

Heute

Kommentar zur Kirche

Farlari Varlar, bei Coesfeld zum Haupthof Varlar gehörende Kirche/Kapelle, ab 1126 Teil des Prämonstratenser-Stift Varlar; 1821 niedergerissen, nur Gebäudereste des Klosters sind im Bau von Schloss Varlar erhalten
Oppenhulese Appelhülsen, bei Münster heute St. Mariä Himmelfahrt 1313 Pfarrkirche, zeitweilig aber wieder zu Nottuln gehörig, 1814 bis auf den Turm niedergebrannt, komletter Neuaufbau 1822/1823, 1885 größere Um- und Erweiterungsbauten
Bintlage Bentlage, bei Rheine Gertrudenkapelle auf dem (Schulten-)Hof Niederbentlage, seit 1437 Teil des Klosters Bentlage, 1463 und 1504 entstand eine neue Klosteranlage; 1803 Aufhebung des Klosters (Säkularisierung)
Curithi Coerde, bei Münster zu Schloss Kappenberg gehörende Kirche (Kapelle) Coerde, ihr Pfarrrecht war auf die Besitzung von Haus Coerde beschränkt, bis 1802/1803 (Säkularisierung) betreut von den Cappenberger Stiftsherren; „nicht Existenz“ seit 1812 urkundlich belegt
Ihtarii Capelle, bei Werne blieb stets Kapelle, 1571 wird diese Kapelle offiziell „verwüstet und beraubt“ genannt
Honthorpe Handorf, bei Münster heute St. Petronella Münster, 1282 Pfarrkirche, 1300 wird Holzbau ersetzt, bis 1913 diverse Neu-, Um- und Erweiterungsbauten, vom ursprünglichen Kirchbau blieb nichts unverändert erhalten
Vnkingtorp Uentrop, Hamm heute ev. Uentroper Dorfkirche, Pfarrkirche (wechselnder Konfessionen) seit 1030


Weitere vorgesehene Themen:

  • Erbauer, „Stifter“

  • Konfessionen / Pfarrer

  • Arbeiter am Gotteshaus

    ...werden folgen!


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Organisation

Standort der Kirche:
An der Uentroper Kirche 10
59071 Hamm

1. Vorsitzender:
Jörg Kerßebaum

2. Vorsitzende:
Heike Kunkel

Kassiererin:
Petra Siegmund

Schriftführerin:
Christel Walter

Geborenes Vorstandsmitglied:
Pfarrerin Barbara Tetzner

Aktuelle Mitgliederanzahl:
Zurzeit: 65 Mitglieder

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ffhuddontospamme@gowaway.uentroper-vereine.de

Postanschrift - Förderverein:
Auf dem Südfelde 19, 59071 Hamm

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Kirchenführungen

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